Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

Durchgedrehter Mann mit Krawatte um den Kopf ist mit der betrieblichen Altersvorsorge überfordert
Blicken Sie bei der betrieblichen Altersvorsorge wirklich durch?

Nachteile bei der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung:

  • Verwaltungsaufwand und Haftungsfallen für den Arbeitgeber
  • Keine für den Arbeitnehmer

Nachteile bei der arbeitnehmerfinanzierten betrieblichen Altersversorgung = Entgeltumwandlung:

  • Verlust von gesetzlichen Rentenansprüchen
  • Verlust von Entgeltersatzleistungen (Lohnfortzahlungen/Kurzarbeitergeld/Arbeitslosenversicherung)
  • Veränderungen nur über den Arbeitgeber
  • Für Arbeitnehmer, Arbeitnehmervertretungen und Arbeitgeber komplizierte kaum verständliche Gesetzgebungen und Rechtsfallen
  • Schwache Garantien allgemein bei versicherungsförmigen Produkten
  • Schwache Renten durch überhöht kalkulierte Lebenszeit
  • Schwache Renditen bei hohen Kosten allgemein bei versicherungsförmigen Produkten
  • Der Gesetzgeber senkt fortlaufend den Garantiezins für versicherungsförmige Produkte
  • Der Gesetzgeber erlaubt schlechte Aufklärung im Vergleich zum Verbraucherangebot
  • Der Gesetzgeber versucht Haftungen und Verantwortungen für Entgeltumwandlungen praktisch zu beseitigen (Sozialpartnermodell des BRSG)
  • Arbeitnehmervertretungen treffen unter Interessenkollisionen (Gewerkschaftsprodukte) und finanzmathematischen Überforderungen für Arbeitnehmer Entscheidungen
  • Hohe (z. T. doppelte) Abzüge bei Rentenbezug
  • Volle nachträgliche Besteuerung (Einkommen wächst mit dem zunehmenden Alter und Zusatzrenten sollen das Niveau halten. Das führt in ein hohes Steuerniveau auch in der Rente.) 

Werbung mit Halbwahrheiten

  • Sie sind ein treuer ehrlicher Mitarbeiter einer Firma und bekommen eine unglaublich stark staatlich geförderte Rente aus dem Betrieb heiß empfohlen?
  • Sie bekommen riesige Zuschüsse vorgerechnet und sollen deshalb noch selbst ordentlich aus Ihrem Verdienst dazulegen?
  • Sie werden von Gewerkschaftern und Arbeitnehmervertreter unzurechnungsfähig erklärt, wenn sie nicht schleunigst eine Entgeltumwandlung abschließen?

 

-Vorsicht!-

 

Dass der Staat viel Geld in die Entgeltumwandlung hinein kippt, heißt noch lange nicht, dass dieses Geld bei Ihnen ankommt. Inzwischen bereuen viele die Entscheidung zur betrieblichen Entgeltumwandlung, weil eine private Variante besser gewesen wäre. 

 

Erst bei Bezug der Betriebsrenten aus Entgeltumwandlungen kommt das Erwachen. Worüber bei der Anwerbung kaum gesprochen wird: Verluste anderer Sozialleistungen inklusive gesetzlicher Rentenansprüche. Hinzu kommen nachträgliche Abgaben und Beiträge, die für viele bereits zur bösen Überraschung wurde. Besonders die Abzüge für gesetzliche Krankenkassen und Pflegeversicherungen treffen hart, weil es hier keinen Arbeitgeber mehr gibt, der die Hälfte der Beiträge übernimmt.

 

Die Ende 2019 verabschiedete Veränderung einer kleinen Freigrenze zu einem Freibetrag überzeugt nur wenige. Sie geht zu Lasten der arbeitenden Generation. Diejenigen, die ihre Rentenlücke durch hohen Einsatz konsequent schließen, bleiben weiterhin auf hohen Abgaben sitzen. Zudem entstehen Ungerechtigkeiten. Während einige durch den Freibetrag nie GKV und PV-Beiträge zahlen, müssen andere mit größeren Altverträgen der Direktversicherungen bei Ansparung und Betriebsrente zahlen.

Genaugenommen ist es teilweise eine dreifache Belastung im Vergleich zum anteiligen ursprünglichen Bruttoentgelt aus Sicht des Arbeitnehmers.

Betriebliche Altersvorsorge ist eine Scheinlösung

Als ich vor 15 Jahren kleine und mittelständische Unternehmen über die betriebliche Altersversorgung beraten hatte, dachte ich selbst auf den ersten Blick, dass die Brutto- für Netto-Entgeltumwandlung ein Altersversorgungskonzept mit Turbo sei. Bis ich nach intensiver Beschäftigung mit diesem Thema herausfand, dass die nachgelagerten Steuer- und Beitragsbelastungen eher eine lahme Ente daraus machen. Die Renditeschwäche der letzten Jahrzehnte der Versicherungsprodukte setzt am Ende noch einmal zum Vernichtungsschlag der Betriebsrenten an. Für mich war sofort klar: Die Entgeltumwandlung ein systemischer Fehler ist, der die gesetzliche Rente enorm schädigt.

 

Als sich dann auch Gewerkschaften, wie die IG-Metall daran machten, ohne hinreichende Erfahrungen selbst den Markt als Verteiler für die größten Finanzkonzerne zu besetzen, gab ich einer ehrlichen Beratung keine Chance mehr. Mit Desinformation und heruntergespielten Halbwahrheiten ziehen jedoch Gewerkschaften bis heute mit Finanzkonzernen im Hintergrund an einem Strang. Die Politiker haben es den Finanzvertrieben überlassen, über die nachgelagerten Verbeitragungen und vollen Besteuerungen hinreichend aufzuklären. Das taten die Provisionsjäger natürlich nicht oder spielten das beiläufig herunter, um nicht eigene das Geschäft zu behindern. 

 

Heute kommen diese Versäumnisse inklusiver Renditeschwäche immer mehr ans Tageslicht. Der Arbeitnehmer bekommt inzwischen keine Lösung zur Rentenlücke mehr, sondern eine Verschlechterung seiner Situation. Wie reagiert die regierende Politik darauf?

 

Als sich immer mehr Betriebsrentner in den letzten Jahren über ein großes Defizit aus ihren Verträgen beschwerten, setzte die regierende Politik den fehlerhaften Ansatz mit Staatsmitteln noch stärker und verschwenderischer fort. Seit 2019 greift man noch tiefer in die Steuer- und Sozialkasse, um das Konzept-Versagen zuzuschütten. Auch der Arbeitgeber muss in Zukunft mit zahlen. Der Grund dafür ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz. Doch auch hier sind sehr seltsame fachpolitische Ansichten zu erkennen. Wenn mehr Geld in dieses System geschüttet wird, erhöhen sich damit gleichermaßen die (garantierten) Anwartschaften. Wenn diese Anwartschaften durch den schwachen Finanzmarkt nicht mehr erreicht werden, dann wird dieses Problem durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz vergrößert und nicht verkleinert.

 

Wird es deshalb absehbar einen Minusgarantiezins für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung geben? Sehr wagemutig hat man mit der Variante des Sozialpartnermodells sogar eine reine Beitragszusage erlaubt. Hierbei haftet keiner mehr für irgendwas, egal was mit Ihrem Geld geschieht.

Garantien gibt es hier keine mehr! Im übrigen sollen nicht Sie, sondern Ihre Arbeitnehmervertreter über Ihr Geld entscheiden.

Entgeltumwandlung - die bessere Rente?

Lange Zeit wurde die betriebliche Altersvorsorge in Form der Entgeltumwandlung als ein besserer Teilersatz für die fehlende gesetzliche Altersversorgung gesehen. Durch Traumrenditen sollte sie wie die "Volksaktie" der Telekom zum "Perpetuum mobile der Rentenpolitik" werden. Genauso wie bei der Volksaktie werden aus Traumrenditen geplatzte Renditeträume. Die heutigen Auszahlungen von Betriebsrenten und Direktversicherungen sind trotz wirtschaftlicher Hochkonjunktur peinlich mager.

Die nachträglichen Abzüge werden offensichtlich nicht mehr kompensiert. Es läuft etwas gewaltig schief.

 

Nicht nur private Vermögen, sondern auch die sozialen Systeme werden dadurch dramatisch angegriffen.  In der Entgeltumwandlung versickern durch die Umleitung von Steuern und Abgaben dringend gebrauchte Ressourcen. Die europäischen Umfeldbedingungen durch Blasen des Finanzmarktes machen dieses Konzept gefährlich, auch wenn wir das nicht sehen wollen. Ungleichheiten bei gleicher Lebensleistung werden verstärkt. Nicht jeder Arbeitgeber kann seine Pensionskasse mit Milliardenzuschüssen sanieren. Trotzdem hält man daran fest.

 

Im europäischen Vergleich stellt inzwischen unser deutscher "Wohlstandsstaat" bereits bei niedrigerem mittelständischen Einkommen eine praktisch funktionsunfähige gesetzliche Rente zur Verfügung. Alles was einer Rentenkommission dazu einfällt: mehr einzahlen, länger Arbeiten und am Ende eine lebensuntaugliche Rente hinnehmen. Für das defizitäre Konzept der Betriebsrente werden hingegen in kürzester Zeit unglaubliche Abschöpfungen aus dem Steuer- und Abgabenaufkommen vorgenommen. 

 

Wenn Ihnen nicht am Ende finanziell das Fell über die Ohren gezogen werden soll, dann informieren Sie sich dringend genau über die Hintergründe der Entgeltumwandlung und laufen Sie nicht einfach blind einer Mehrheit nach. Das bereuen inzwischen viele tausend Betriebsrentner und Direktversicherte, weil zum Beispiel eine private Alternative besser gewesen wäre.


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Solche Probleme sollten genauso politisch gelöst werden wie sie politisch verursacht wurden. Doch offizielle Antworten dazu versuchen nur zu vertuschen und herunterzuspielen. 

 

Ist das die richtige Antwort der Politik - den Bürger für dumm zu verkaufen?

 

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Metallrente: Gewerkschafter als bAV-Experten?

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Ein aufgeklapptes Laptop und eine Computergrafik machen noch lange keinen Experten für bAV aus. Viele nebenamtliche Betriebsräte und Gewerkschafter machen aus Loyalität zur Gewerkschaft Werbung für die Metallrente.

 

Die werbenden Ansagen auf Betriebsversammlungen sind gelegentlich aggressiv. Einige Berichte von Arbeitnehmern über öffentliche Aussagen lassen die Haare zu Berge stehen. Werden sich Irreführungen und treuseliges Vertrauen der Arbeitnehmer irgendwann bitter rächen? -> Lesen sie hier mehr!


Direktversicherte verzweifelt und wütend!

Verzweifelter Arbeiter nach dem er Abzüge von seiner Direktversicherung bekommen hat.
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Zuerst bemerkte man das öffentlich bei den Direktversicherungen. In zunehmenden Fällen errechnet sich nach Abzug der Steuern, Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträgen ein gewaltiges Minus. Von den Abzügen waren Direktversicherte völlig überrascht.

 

Die Beschwerden nehmen trotz starker Förderungen aus der Staatskasse zu. Die Finanzkonzerne, zum Beispiel hinter der Metallrente, betreiben indessen unbeeindruckt ihre Kampagnen fort. Der Vertrieb der Direktversicherungen nimmt ungebremst zu. Rentner mit verlustreichen Direktversicherungen sind inzwischen in verzweifelter Wut, darunter auch welche mit Metallrente. Kann das der zukünftige Freibetrag noch retten?


Ach ja - da ist ja noch der Doppelbeitrag!

Mann beißt widerwillig in eine Zitrone = Sinnbild für die widerwillige Beitragszahlungen
In diese saure Zitrone müssen Sie wohl beißen: Beitragsabzüge bei Auszahlung der Betriebsrente über dem Freibetrag!

Mit dem Wegfall von Steuern und Sozialabgaben bei der Ansparung werden Sie für den Vertragsabschluss reich gerechnet. Klar, das Deckungskapital verdoppelt sich fast in den meisten Fällen. Alles easy?

 

Doch entscheidend ist das, was hinten raus kommt: Eine erodierte renditeschwache Rente, die mit nachträglichen Steuern und Abgaben noch kürzer gemacht wird.

 

Was vielen nicht bewusst ist: Die Sozialbeiträge Ihres Einkommens werden vom Arbeitgeber noch einmal bezahlt. Sie zahlen im Grunde im Arbeitsleben nur die Hälfte der Beiträge. Wenn Sie jedoch in Rente sind und Ihre Betriebsrente beziehen, dann ist der zahlende Arbeitgeber weg. Sie müssen dann neben der vollen Einkommensbesteuerung ab einem Freibetrag den vollen Satz der Beiträge für gesetzliche Krankenversicherungen und Pflegeversicherungen, dass heißt einen doppelt so hohen Anteil zahlen - deshalb wird dieser nachgelagerte Beitrag auch Doppelbeitrag genannt. 

 

Mehr dazu können Sie hier lesen: -> FAQs!


Häufige Fragen zur Entgeltumwandlung

Strichzeichnung auf einem Plakat am Baum für eine vermisste Katze = Sinnbild für einfache Erklärungen
Die bAV ist kompliziert, deshalb sollten die Antworten möglicht einfach sein!

Ein paar einfache und ausführliche Antworten auf Fragen aus Blog-Chats zur Entgeltumwandlung. Keine seitenlange Fachausführungen und Paragraphenreiterei - einfach nur Erklärungen.

 

Fehlt die passende Frage, dann senden Sie sie mir einfach zu. -> Kontakt!


Artikel und öffentliche Kommentare

Zur betrieblichen Altersversorgung und den doppelten nachgelagerten Beiträgen gibt es im Blog Vorunruhestand zahlreiche Artikel.

 

Wissen Sie, was ein klarer Widerspruch ist? Schauen Sie mal in diesen Artikel über die Metallrente:

Die Versicherungsverkäufer rechnen Sie mit staatlichen Zuschüssen für die bAV reich. Aber Rentner beklagen sich zornig über ein gewaltiges Minus bei Auszahlung. Das erste ist eine Prognose - das zweite eine unabänderliche Tatsache:

 

Bei Auszahlungen der Betriebsrenten fallen heftige Steuer- und Beitragsabzüge an. Das Bundesverfassungsgericht macht keine Differenzierung, ob das bereits bei Ansparung geschehen ist.

Für die schlecht verkäuflichen Riester-Renten macht man jedoch bei den Krankenkassen und Pflegeversicherungsabzügen per Gesetz eine seltsame Ausnahme. Das Bundessozialgericht legte dafür Begründungen vor, die sachlich nicht zu halten sind. Rechtsprechung oder politisch rechtliche Verkaufsförderung? Das habe ich hier etwas genauer Untersucht:

Aus dem Web habe ich zudem lesenswerte Artikel für Sie zusammengestellt. Die Autoren sind kompetent bzw. prominent. Die Inhalte sind informativ und auch erschreckend brisant:

 

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